kitzbühel

Das arme Kitzbühel

Als gebürtige Ingolstädterin, lebende Münchnerin bis ich meinen Mann vor 9 Jahren kennengelernt habe und dann Kitzbühlerin wurde, muss ich schon sagen, dass was man in den Weihnachtswochen in Kitzbühel erleben kann, ist echt eine Story wert.

Die Tage vor Weihnachten habe auch ich noch viele Besorgungen zu machen und obwohl es die Stille Zeit des Jahres wäre, meine ich in der 8000 Einwohner Stadt Kitzbühels ich wäre in München am Stachus. Durch die kleine Fußgängerzone Kitzbühels, wo ich meist bei meinen Besorgungen 3mal den gleichen Bekannten treffe und ich das Gefühl habe, die Läden hätten wegen mir offen, musste ich mich diese Tage durch das Gedränge von teuren Fellmänteln und Louis Vuitton Taschen drängen, als wäre ich in einer Millionen Einwohner Stadt.

An der Kasse stehend, wo mich oft die Verkäuferin zu einem kleinen Tratsch einlädt, werde ich diesmal von gestressten „Ich bin was Besseres“ Besuchern nach vorne gedrückt, wo Ihnen die Verkäuferin die Ware nicht schnell genug über den Scanner ziehen kann. Ich schicke Ihr noch schnell einen lieben Gruß zu Weihnachten rüber und übermittle ihr das Gefühl, sie ist trotzdem super!

In meinem Auto angekommen, um meine Kinder von der Schule abzuholen muss ich feststellen, die errichteten Parkplätze, für Eltern, die Ihre Kleinen abholen möchten, sind von Autokennzeichen vollgestellt, deren Fahrer wohl alle ihre Brillen vergessen hatten, denn die Schilder dort kann man gut erkennen, dass dort kein Parken erlaubt ist. Nach 3 Runden ums Stadl ruft mich ein netter Arbeiter her, ich dürfte seine Zufahrt kurz benützen, um mein Kind zu holen. Da habe ich wohl echt Glück gehabt, noch einen netten Menschen zu finden.

Kitz & Glamour

Der Umsatz steigt und die Kassen klingeln im Dezember und Jänner. Wo Rosi´s Sonnbergstuben boomt und die Wirtin kaum noch eine Stimme hat, wo man beim Tomschi in Hochkitzbühel nur von Moncler Jacken, Pelzen und coolen Sonnenbrillen umgeben ist, und man als jahrelanger Gast nicht mal mehr einen Barhocker bekommt, geschweige denn im Country Club als „Nicht-Mitlgied“ keinen Kaffee trinken darf. Wo im Take5 die Wodka Flaschen bestellt werden und man auf ein einfaches Bier 45 Minuten warten muss. Und wo die Verkäuferinnen & Kellner sich blöd anreden lassen müssen, obwohl sie momentan keinen freien Tag mehr hatten, sieht man doch in Kitzbühel bei jeden ein Lächeln!!!

1 Antwort
  1. Anita
    Anita says:

    Ich, als gebürtige kitzbühelerin, hab richtug lächeln müssen und auch gleichzeitig eine gänsehaut bekommen, wie wahr und ehrlich es geschrieben ist! Aus der Seele der meisten kitzbüheler heraus! Bin vor 13 Jahren weg gezogen, da ich diesen Rummel nicht mehr länger ausgesetzt sein wollte!! Und wenn ich das so lese, weiß ich wieder warum!!
    Es wird immer meine Heimat sein und bleiben!!

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